Herzlich Willkommen im       Technik-Museum Analog bis Digital

Öffnungszeiten

An jedem ersten Sonntag im Monat ist das Museum

von 14 - 17Uhr für Besucher geöffnet.

 

 

Ausserhalb dieser Zeiten melden sie sich bitte telefonisch bei Herrn Bickmann

 Telefon 05472 - 2085

Wittlager Kreisblatt 23.11.2018


Exponate im Technikmuseum
Bad Essener ist Sammler aus Leidenschaft  


Bad Essen/Schwagstorf.

Tonbandgeräte, (Blech-)Plattenspieler, Morseschreiber, ein Detektorradio, Plattenkameras, Blitzgeräte, Belichtungsmesser, Filmkameras, Projektoren, Taschenrechner, Schreibmaschinen, Homecomputer, erste Laptops… die Schätze aus einer anderen Zeit sind unermesslich. Sie alle haben sich im Technikmuseum Schwagstorf versammelt. Denn hier werden Exponate der Sammlung von Hans-Dieter Bickmann aus Bad Essen präsentiert.

Gerade nimmt der gebürtige Deutsch-Kroner ein wunderschönes Schmuckkästchen aus der Vitrine. Als er es öffnet, kommt eine Spieluhr zum Vorschein. Er zieht sie auf – und schon erklingt eine liebliche Melodie. „Die ist um 1800 herausgekommen, mein Lieblingsstück. Wenn man bedenkt, dass etwa sieben Generationen vor uns diese Musik gehört haben“, schwärmt Bickmann und man merkt ihm an, wie er für das Technikmuseum brennt. Aber auch seine Frau Karin, die ihn tatkräftig unterstützt. Für ein Foto drapiert sie schnell noch eine Grünpflanze ins 0Blickfeld. Alles muss stimmen - da steckt einfach ganz viel Liebe zum Detail dahinter.


Früher Realschullehrer

 

Seine Sammelleidenschaft entdeckte der frühere Realschullehrer bereits als Kind. „In der Nachkriegszeit wurden die Volksempfänger ausrangiert, da neue Geräte kamen. So bekamen wir Kinder die alten in die Finger, wie auch Grammophone mit Trichtern, an denen wir rumexperimentiert haben. Wir haben sogar Fernsteuerungen gebaut, die man hier im Museum noch findet“, erzählt der 76-Jährige, der kaum etwas wegwerfen kann. „Alles was klein und handlich war, habe ich einfach behalten“, sagt er.


Fernsteuerung für ein Boot

 

Auf sein erstes Schätzchen, eine Fernsteuerung für ein Boot, war er als Schüler besonders stolz. „Mein Onkel gab mir einen Holzbalken, ein Stecheisen und einen Hammer und sagte: ‚So, jetzt machst du ein Boot daraus.‘ Dann habe ich das Holz ausgehöhlt… das Boot gibt es immer noch. Damals mit einem kleinen Verbrennungsmotor und einer Fernsteuerung.“ Seinerzeit sei deshalb die Post einen Vormittag gekommen, „was auch viel Geld gekostet hat“, um das Gerät auszumessen und zu erlauben, „dass wir es betreiben dürfen“, erinnert er sich.

Die meisten seiner Exponate, wenn er sie nicht schon hatte, hat Hans-Dieter Bickmann beispielsweise bei ebay ersteigert oder einfach zugekauft. „Zu einer Zeit, wo sie noch relativ preisgünstig waren. Sonst wäre das gar nicht finanzierbar, sie hier auszustellen“, erklärt der frühere Physiklehrer. Wie viele Stücke zu seiner Sammlung gehören, weiß er nicht; allein bei den Fotoapparaten seien es über 120 Exemplare.


Idee für das Technikmuseum

 

Nach seiner Pensionierung 2004 sei es Zeit geworden, „dass ich die Stücke zur Ausstellung bringen wollte“, geht der Vater von drei erwachsenen Kindern und Opa von sechs Enkelkindern darauf ein, wie die Idee für das Technikmuseum entstand. Dass sich in Bad Essen leider keine passenden Räumlichkeiten fanden, davon hörten die Schwagstorfer und das „Starke Dorf“ Ostercappeln – und boten Bickmann ein Gebäude im Areal der Schnippenburg an. „Die haben sich wirklich eingesetzt und ich bin froh, dass es das Technikmuseum seit zwei Jahren in diesem Ensemble gibt“, betont der Bad Essener, der seitdem gemeinsam mit seiner Frau zahlreiche Führungen angeboten hat.


Alte Diktiergeräte

 

Besonders begeistert seien die Besucher von den Vorführungen. „Wenn man alte Diktiergeräte hervorholt und sie können darauf sprechen und sich von der Qualität überzeugen. Oder Exoten wie ein Detektorradio, was ich auch noch bei meinen Eltern hatte. Da hatte man eine lange Antenne, geerdet wurde es durch mein Eisenbettgestell und dann konnte ich drei Sender gleichzeitig hören: Radio Moskau, Londoner Rundfunk und den Nordwestdeutschen Rundfunk“, weiß der Sammler bis heute, der im Museum sogar einen Mittelwellensender hat. „Der NDR hat mir auch Reportagen geschenkt, die nach dem Krieg entstanden sind, bis zur Fußballweltmeisterschaft 1954. Da sind Sachen dabei, von denen junge Leute heute keine Vorstellungen haben.

Zum Beispiel hat der spanische Generalkonsul in Hamburg eine Tonne Bananen in eine Schule gebracht – und die wussten gar nicht, was Bananen sind“, schildert Bickmann, der sich für das Museum auch Schulklassen wünscht. Um Geschichte wie „Was war der Suchdienst?“ oder die spezielle Technik aus einer längst vergangenen Zeit zu veranschaulichen. Aber auch älteren Besuchern oder leicht Dementen möchte er das Museum nahe bringen. „Weil da viele Erinnerungen wieder wach werden“, unterstreicht Bickmann, der jederzeit kostenlose Sonderführungen anbietet. Interessierte können sich an ihn unter Telefon 05472-2085 wenden.


Kleine Sonderausstellungen

 

Jeden Monat bietet er zudem eine neue kleine Sonderausstellung zu einem besonderen Thema an. „Bisher habe ich mich noch nicht wiederholen müssen“, sagt er lachend in Erinnerung, dass zwei Drittel seiner Exponate noch bei ihm Zuhause in Bad Essen stehen. Sein Wunsch: „Es gibt wunderschöne große oder auch kleinere Geräte, die ich nicht finanzieren kann. Vielleicht findet sich dafür mal ein Sponsor.“ Und: „Ich würde mich sehr freuen, wenn es gelänge, unsere Öffnungszeiten für das Technikmuseum und den anderen beiden Museen im Osnabrücker Raum bekanntzumachen.“ An jedem ersten Sonntag im Monat ist das Technikmuseum von 14 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet.

 

Wittlager Kreisblatt

Text: Christa Bechtel

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